In Vertiefung

Dritte und letzte Folge unserer Vertiefung zum Thema Titan: Entdecken wir die letzten Legierungsarten!

Nachdem wir in der ersten Folge die allgemeinen Eigenschaften der Titanlegierungen und in der zweiten die Beschreibung der ersten Legierungen angegangen haben, lernen wir jetzt die letzten vorhandenen Legierungsarten kennen.

Die α- + β-Legierungen

Durch das Hinzufügen geeigneter α- und β-stabilisierender Elementkombinationen, besteht die Möglichkeit, die Mikrostruktur dieser Titan-Legierungsgruppe zu erhalten. Bei ihr treten bei Raumtemperatur die Phasen α und β gleichzeitig auf.

Sicherlich sind dies die bekanntesten und am meisten eingesetzten Titanlegierungen. Unter ihnen ist sicherlich die Legierung Ti-6Al-4V (oder Grad 5) nennenswert. Sie alleine macht circa 50 % der weltweiten Titanproduktion aus.

Tatsächlich besitzt dieses Material eine außergewöhnliche Kombination von mechanischem Widerstand, Leitfähigkeit, Ermüdungs- und Korrosionsbeständigkeit, auch wenn sein Einsatz bei Temperaturen von mehr als 300 °C nicht empfehlenswert ist.

Die Version mit geringem Gehalt von interstiziellen Elementen, Ti-6Al-4V ELI (oder Grad 23) zeichnet sich durch besonders hohe Bruchzähigkeitswerte aus und eignet sich auch für Anwendungen bei kryogenen Temperaturen.

Wie bei CP-Titan gibt es Versionen, bei denen Pd (Grad 24) und Ru (Grad 29) hinzugefügt wird, um die Beständigkeit gegen Risskorrosion auch in entlüfteten sauren Umgebungen zu erhöhen.

Um nur eine wichtige Anwendung zu erwähnen: Der Flugzeugtriebwerk-Lüfter (Turbofan) Trent 800, der vom britischen Unternehmen Rolls-Royce plc hergestellt wurde, wurde unter Verwendung von sechsundzwanzig Flügeln der Legierung Ti-6Al-4V geschaffen. 

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